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Dänische Kolonialpolitik in Grönland II

Im 18. und 19. Jahrhundert verbot Dänemark aus wirtschaftlichem Interessen allen Walfängern anderer Nationen in Grönland zu landen und Kontakt mit den dort lebenden Inuit aufzunehmen. Nur in Ostgrönland kam es zunächst zum Streit mit Norwegern. Der Internationale Gerichtshof bestätigte 1921 Dänemarks Anspruch auf Grönland.

Es kam zu einer Mischung aus paternalistischer Kontrolle, Abschottung und wirtschaftlicher Nutzung, die sich von den Verhältnissen in Amerika und Russland unterschied, aber insgesamt für die Inuit viel Leid mit sich brachte.

Sehr früh, Ende des 18. Jh. wurde eine grönländischer Schriftsprache erfunden. 1845 wurde lokale Priesterseminare gegründet, um Inuit zu Katecheten auszubilden. Der Prozentanteil von Analphabeten in der dänischen Bevölkerung war höher als in der grönländischen. Ab 1850 gab es lokale Räte für Mitbestimmung, ab 1861 eine Zeitung in grönländischer Sprache.

Wie überall gab es viel Zerstörung und Entwurzelung. Dennoch führte diese dänische Politik dazu, dass sich früh so etwas wie lokale Inuit-Eliten bildeten, die sich in der Politik engagierten. Auch Inuit-Schriftsteller schrieben und veröffentlichten schon im 19. Jh. Geschichten über ihre Kultur, so dass sich ein starkes Selbstbewusstsein als eigenes Volk ausbilden konnte. Andererseits gab es Absurditäten wie das Verbot Petroleumlampen einzuführen, die von der dänischen Kolonialverwaltung als zu gefährlich für die als Kinder angesehenen Inuit galten. Die Inuit mussten weiter mit den stark rußenden Tranlampen leben. Erst als Grönland während des zweiten Weltkriegs unter US-amerikanischen Einfluss geriet, erreichten solche „Luxusgüter“ Grönland.

Die grönländischen Inuit begannen sich daher früh als Nation zu verstehen und von Dänemark Eigenständigkeit zu fordern. Dazu mehr im nächsten Blog.

#Kolonialpolitik # Dänemark # Grönland #Inuit